Die erste Orthopädin

Besonderer Geist: Walpurga Lick-Schiffer, Primaria der Abteilung für Orthopädie am LKH Stolzalpe, ist nun auch Ärztliche Leiterin des Hauses.

s_68624.1Ihr Geburtsdatum, der 11. November, passt zur Faschingszeit, die Frau und ihre Aufgabe sind alles andere als ein müder Witz: Walpurga Lick-Schiffer war die erste Fachärztin für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie der Steiermark, wirkte insofern, nein, nicht knochen-, vielmehr bahnbrechend, in dieser Männerdomäne.

Stets war ihre medizinische Karriere mit der Stolzalpe verknüpft, dort, wo dieser besondere Geist weht. Ja, den gibt es, Kollegen wie Patienten spüren ihn.
Lick-Schiffer war auch der erste Oberarzt an der Stolzalpen-Orthopädie, leitet diese Abteilung, hat nun als neue Ärztliche Leiterin des Hauses den direkten Draht zu den steirischen Spitalchefs – gerade recht, „damit unsere innovativen Ideen aufgenommen werden und wir die Chance haben, uns weiterzuentwickeln“.
ZUM LKH STOLZALPE
Abteilung für Orthopädie: vier Departements, RNS-Station, Bereich für Kinderheilkunde. Knieteam mit speziell ausgebildeten Kniechirurgen.
Rund 7000 Patienten jährlich stationär, 3500 Operationen pro Jahr rund 28.000 ambulante Patienten.
Lebensaufgabe und echte Leidenschaft: Für die Spezialistin der Handchirurgie, Kinder- und Rheumaorthopädie gibt es nichts Schöneres, als in der Früh zur Visite zu gehen. Jeder Fall eine Herausforderung. Der Patient, ein Mensch, mehr als ein Knie, ein Ellbogen, eine Wirbelsäule. „Es kommt darauf an, zwischen tausend Befunden und MR-Bildern zu hören, was die Menschen wirklich brauchen.“ Ein Fundament, um gute Entscheidungen zu treffen.

Ist Walpurga Lick-Schiffer die neue „Frau Doktor Graf“? Das internationale Renommee, das Bemühen um die Stolzalpe von Professor Reinhard Graf ist legendär. Seine großen Fußstapfen will Lick-Schiffer sich nicht anmaßen, er bleibt großes Vorbild.

Welche Kraft lässt die Tochter eines Landwirtepaares aus Katsch an der Mur, Ehefrau eines Forstwirtes und Mutter von Thomas und Matthias ihr Skalpell führen? Die Natur, die kleinen Wunder des Lebens, das Offenhalten der Sinne. Und die Portion Humor im Leben, die gar nichts mit der Faschingszeit zu tun hat.

Quelle: Kleine Zeitung