Eine Betriebsrätin im Grenzbereich

Sabine Jungwirth ist im Betriebsrat des ÖBf- Forstbetriebes Inneres Salzkammergut aktiv. Als Revierleiterin und Betriebsrätin muss sie nicht nur Grenzen überschreiten, sondern auch unter- schiedliche Interessen auf einen Nenner bringen.

68547.2Um Grenzen überschrei- ten zu können, bedarf es einiger Anstrengun-
gen. Das gilt besonders für den Betriebsrat, wenn der Be- trieb die Grenzen überschrei- tet – auch wenn es nur die geografischen Grenzen sind. Konkret geht es um den Forst- betrieb Inneres Salzkammer- gut der Österreichischen Bundesforste (ÖBf). Dieser reicht von Bad Mitterndorf in der Steiermark bis nach Bad Ischl in Oberösterreich. Diese grenzüberschreitende Zu- sammenarbeit spiegelt sich daher auch im Betriebsrats- team der Angestellten wie- der: Mit Erich Dietmüller hat derRevierleiteraufderoberö- sterreichischen Seite den Vor- sitz inne. Seine Stellvertrete- rin Sabine Jungwirth kommt
von der steirischen Seite. Sie leitet seit drei Jahren das Forstrevier Bad Aussee, das ca. 8.500 Hektar groß ist. Vier Forstfacharbeiter, ein Jäger und ein Revierassistenten (zur Hälfte) stehen Jungwirth für die Bewältigung der Auf- gaben zur Verfügung. An ih- rer Arbeit als Revierleiterin schätzt Jungwirth aber vor allem das eigenständige Pla- nen und Umsetzen in ihrem Revier. Es gibt allerdings auch Dinge, die ihr weniger behagen, wenn etwa Diskus- sionen ohne fachlichen Hin- tergrund geführt werden, nur weil persönliche Animositä- ten dahinterstecken. Zurück zum Betriebsrat: Das Trio komplettiert mit Hannes Stü- ger ein Büromitarbeiter aus Oberösterreich.
Revierleiterin Sabine Jungwirth bespricht mit dem Revierjäger die Strategie für die Bejagung.
Eine Vielzahl an
Herausforderungen
Die Landesgrenzen über- schreitende Ausdehnung ist aber nur eine der Herausfor- derungen im ÖBf – Forstbe- trieb Inneres Salzkammergut. Es prallen schließlich die un- terschiedlichsten Interessen aufeinander: Jäger, Moun- tainbiker, Erholungssuchen- de, Naturschützer, Servituts- oder Almberechtigte – und natürlich auch die Interessen der ÖBf. Als Betriebsrätin hat Sabine Jungwirth zudem auch noch die Interessen der ÖBf-Mitarbeiter/innen auf der steirischen Seite zu vertreten. Keine einfache Aufgabe, für die Revierleiterin so viele Vor- stellungen unter einen Hut zu bekommen. Die 34-Jährige aus Pichl-Kanisch weiß aber damit umzugehen: „Meine offene Form der Kommunika- tion und die klare Art, Proble- me anzusprechen, helfen mir da besonders.“
Kommunikation als
Basis für den Erfolg
An der Kommunikation bzw. die Kultur im Umgang mitein- ander arbeite der Forstbe- trieb in den letzten Jahren verstärkt, wie Jungwirth er-
klärt. Sogar externe Berater kamen zum Einsatz, um die Kommunikation und das Mit- einander zu verbessern. Da- für gibt es auch großes Lob von der Betriebsrätin für ih- ren Arbeitgeber: „Was die- sen Bereich anlangt, nehmen die Österreichischen Bundes- forste aus meiner Sicht eine Vorzeigerolle ein. Unter dem Motto »ein gesunder Mitar- beiter ist unser Kapital« hat sich sehr viel getan.“
Für die Mitarbeiter/innen des ÖBf – Forstbetriebs Inneres Salzkammergut werden Be- triebsausflüge, Lechpartien (traditionelle Fischessen) und im Winter Eisstockschießen veranstaltet. Als Erfolge der Arbeit des Betriebsratsteams wertet Jungwirth unter ande- rem Vorschläge zur Verbesse- rung der Arbeitsbedingun- gen, Mitsprache bei der Ge- staltung von Arbeitsplätzen und Privatnutzungsvereinba- rungen für alle. Sabine Jung- wirth blickt als Betriebsrätin jedoch bereits in die Zukunft: „Auf der guten Basis im Be- trieb werden wir weiterhin Vereinbarungen im Sinne un- serer Kolleginnen und Kolle- gen aushandeln.“ Grenzen hin oder her.

Quelle: LAK Mitteilungsblatt der Steiermärkischen Kammer für Arbeitnehmer in der Land- und Forstwirtschaft